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  We are the World(s). eine kartografische Spurensuche

Michael Hieslmair/ Michael Zinganel
Ein Beitrag für Unortung VI, eine Ausstellung im ehemaligen Kartographischen Institut, kuratiert von Veronika Barnas und Elke Krasny, Wien 2010

Diese Arbeit wurde eigens für die Ausstellung erstellt. Sie rekonstruiert vier tatsächliche Reisen von Vermessungsteams des Militärgeografischen Institutes, die von 1830 bis in die 1930er Jahre zu unterschiedlichen außereuropäischen Destinationen unternommen wurden.

Im einem ironischen Spiel mit dem eurozentristischen Selbstwahrnehmung in der deshalb verzerrten kolonialen Kartenerstellung werden die Wege jeweils zweimal auf silbernen Sitzbällen dargestellt, die auf die Globen noch leerer unerforschter Planeten verweisen:  je einmal werden sie isoliert auf einem Globus dargestellt, dessen Zentrum das zu beforschende Reiseziel bildet – und einmal werden alle vier Wege auf einem Planeten zusammengefasst, dessen Zentrum die Stadt Wien, der Sitz des Kartierungsamtes, markiert. Alle 5 Bälle zusammen sitzen allerdings gemäß der genordeten eurozentristisch geordneten Weltkarte am Boden des Ausstellungsraums.

Während über jedem der isolierten vier Wegediagramme ein Kopfhörer hängt, in dem die Vermessungsaktivitäten aus dem Blickwinkel eines Messgerätes erzählt werden, enden auf dem fünften Planeten die Wege in Wien in nachgestellten Archiv-Karteikarten. Diese verweisen auf die Eckdaten der jeweiligen Reisen und die Inhalte der Dokumente. Als Referenz an die Reisedestinationen hängen vier Reproduktionen von Karten an der jeweils benachbarten Säule.

Tonspuren – Planeten

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Jan Mayen
“26. August 1882 – 12.36h, Mitteleuropäische Zeit: Meine Objektiv-Abdeckung wird abgenommen – alles in meinem Sichtfeld ist weiß und hell – es blendet ungemein – mein Zielfernrohr zeigt leicht nach unten – Schwenk nach links um 56°: In der Ferne sehe ich eine Meeres-Bucht ­– am Horizont meines Bildausschnittes treiben Eisschollen – unweit der Küstenlinie erkenne ich …”

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Petra
“14. Juni 1906 – 6.23h, Mitteleuropäische Zeit: Meine Objektiv-Abdeckung wird abgenommen – klarer blauer Himmel – mein Zielfernrohr zeigt nach oben – Schwenk in die Horizontale: Im Vordergrund erkenne ich einen tief in das trockene und sandige Gelände eingeschnittenen Fluss – unmittelbar dahinter liegen am Fuß eines flachen Hanges …”

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Congo
“27. Februar 1886 – 15.04h, Mitteleuropäische Zeit: Meine Objektiv-Abdeckung wird abgenommen – ich sehe gar nichts – meine Linse ist völlig beschlagen – sie wird mit einem weißen Tuch gereinigt – erst jetzt sehe ich gestochen scharf in etwa 50 Metern Entfernung einen sehr breiten braunen Fluss, an dessen Ufer …”

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China
“03. Oktober 1929 – 01.04h, Mitteleuropäische Zeit: Die Luke unter mir öffnet sich – ich bin kopfüber in ein Gestell eingespannt, das fest mit dem Flugzeug verbunden ist – Wolkenschwaden ziehen vorbei – dann wird sie Sicht vollkommen klar – mein Objektiv wird scharf gestellt: auf der Erdoberfläche erkenne ich …”

Kuratiert von Veronika Barnas und Elke Krasny

Dank an: Hr. Fuhrmann und Hr. Knoll vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien
Sprecher/ Audio Editing:
Klaus Charbonnier

Fotos: Hieslmair/ Zinganel

Presse: Artikel über das ehemalige Militärgeografische Institut von Elke Krasny in der Presse und eine knappe Ausstellungsbesprechung im Standard